Mehr Laufleistung Weniger CO2-Ausstoß Weniger Treibstoff Mehr Sicherheit Mehr Rendite
Runderneuerungs-Betriebe in Ihrer Nähe:

Deutschland runderneuert mit Qualität.

Der Anteil an billigen Lkw-Neureifen aus außereuropäischer Produktion steigt. Meist kommen sie aus Kostengründen zum Einsatz. Die mindere Qualität und die zum Teil bekannte Nicht-Runderneuerungsfähigkeit dieser Reifen wird in Kauf genommen. Doch welche Vorteile bieten diese Reifen wirklich? Wir sind uns sicher: Runderneuerte Qualitätsreifen sind die bessere Alternative. Und davon wollen wir auch Sie überzeugen. Wir das sind: der BRV Bundesverband Reifenhandel und Vulkaniseur-Handwerk e.V. und seine Mitglieder, die Runderneuerungsbetriebe und die Materiallieferanten. Mit runderneuerten Reifen haben Sie die optimale Lösung – in jeder Hinsicht: Umwelt, Rendite und natürlich Qualität!

Eine Intitiative des BRV und seiner Mitglieder, KRAIBURG Austria und Marangoni.


Förderprogramm De-minimis

Fördermöglichkeiten in 2016, Ausblick auf 2017

Immer noch herrscht im Markt Verunsicherung: Sind runderneuerte Lkw-Reifen in 2016 nach der aktuellen Förderrichtlinie des Förderprogramms „De-minimis“ nun zuschussfähig oder nicht? Die Antwort lautet: Ja, aber längst nicht mehr in dem Umfang wie in früheren Jahren. Hier ist eine Zusammenfassung der jetzt endgültigen Regelung für die Förderperiode 2016 durch das Bundesamt für Güterverkehr (BAG), wie sie auch auf der Website des BAG unter dem Menüpunkt Förderprogramme/De-minimis/Förderperiode 2016 nachzulesen ist:  Förderfähigkeit von Reifen  >> mehr


Weiterkämpfen für das nächste Jahr!

De-minimis-Förderstop?

Trends&Facts 3/16
Zu früh gefreut: Hatte der BRV noch am 16. Februar in einem VIP-Newsletter berichtet, dass der Antrag des BRV auf nachträgliche Berücksichtigung runderneuerter Lkw-Reifen im Förderprogramm „De-minimis“ auf gutem Weg der Umsetzung sei, musste er dann in der am 22. März veröffentlichten, gemeinsamen Sachstandserklärung mit dem wdk leider verlautbaren: „(…) Dazu hat das federführende Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) nunmehr mitgeteilt, dass auf Grundlage der Ablehnung durch das Bundesministerium der Finanzen (den Bundesrechnungshof) der BRV-Vorschlag/Antrag abgelehnt werden muss.“ Zwar bedeute dies nicht, dass beide Verbände nicht weiter intensiv an der Prüfung aller Möglichkeiten zur nationalen Förderung runderneuerter Lkw-Reifen arbeiten würden. Doch, Erfolg vorausgesetzt, Wirkung für die deutschen Runderneuerer wird dies in punkto De-minimis – da darf man sich nichts vormachen – frühestens für die nächste Förderperiode haben.  >> mehr

Umwelt

Runderneuerte sind Umweltschützer

Die Runderneuerung schenkt den Lkw-Reifen ein zweites Leben. Mindestens. Denn in vielen Fällen sogar ein drittes oder viertes. Dabei können 70 Prozent des Reifenmaterials erhalten werden – die Karkasse und ein Teil des Gummis. Die restlichen 30 Prozent Gummimaterial werden energetisch genutzt. Die Umwelt bedankt sich dafür: Im Vergleich zur Herstellung eines Neureifens ist der Energieaufwand um rund 50 Prozent und der Wasserbedarf um rund 80 Prozent niedriger. Es wird bis zu 70 Prozent weniger Rohöl benötigt. Bei einer Runderneuerung werden zudem im Schnitt 50 kg weniger Rohstoffe eingesetzt, was ebenfalls einer Einsparung von durchschnittlich etwa 70 Prozent im Vergleich zur Herstellung eines Neureifens entspricht. Und in Summe verursacht die Produktion von runderneuerten Reifen um 30 Prozent niedrigere CO2-Emissionen als die Produktion von Neureifen.

Rohstoffe

Minimaler Rohstoffeinsatz

Quelle: BANDAG

Es gibt viele gute (Umwelt-)Gründe, die für runderneuerte Reifen sprechen:

Wenn Sie einen neuen Lkw- oder Busreifen herstellen, brauchen Sie dafür 60 bis 80 Kilogramm Gummimischung. Der runderneuerte Reifen kommt mit 15 Kilogramm aus – einem Viertel davon!
Der Neureifen schluckt bei seiner Produktion 83 Liter Erdöl. Der Runderneuerte nur 26 Liter, also zwei Drittel weniger. Um drei Viertel geringer ist der Rohstoffverbrauch.


CO2 – unser Beitrag zum Klimaschutz

Quelle: bipaver

Wissenschaftler haben einen neuen Höchststand beim Treibhausgas Kohlendioxid in der Atmosphäre registriert. Erstmals seit Beginn der Messungen hat der weltweite monatliche Durchschnittswert der CO2 - Konzentration 400 ppm (parts per million, Teilchen pro Million) überschritten. Mit der Entscheidung, runderneuerte Reifen zu fahren, tragen Sie aktiv dazu bei, dass diese Entwicklung nicht mehr als notwendig voranschreitet. Denn bei der Herstellung eines zum Beispiel heißerneuerten Reifens werden im Vergleich zum Neureifen ein Drittel (Quelle: BANDAG) weniger Treibhausgase erzeugt. 100 Kilogramm CO2 pro Reifen entsprechen einer Einsparung von bis zu 500.000 Tonnen pro Jahr. (Quelle: Institut für Produktdauerforschung)

Technologie

Hightech auf höchstem Niveau

HeißerneuerungFoto: KRAIBURG
KalterneuerungFoto: KRAIBURG

Zwei Verfahren schenken den Reifen ein neues Leben: die Heiß- und die Kalterneuerung. Die Heißerneuerung ist die formengebundene Vulkanisation bei einer Temperatur von ca. 150 Grad Celsius. Lauffläche und Seitenwände des Reifens werden aus unvulkanisierten Gummimischungen aufgebaut. Formgebung und Ausbildung des Profils erfolgen in der Reifenpresse.

Bei Lkw-Reifen kommt häufiger die Kalterneuerung zum Einsatz. Diese formenunabhängige Vulkanisation erfolgt bei einer Temperatur von 95 bis 110 Grad Celsius. Der Reifen wird mit Hilfe eines bereits vulkanisierten Laufstreifens (= neues Profil) und einer unvulkanisierten Bindegummischicht aufgebaut. In einem gasdicht verschließbaren Druckbehälter – genannt Autoklav – wird anschließend die Verbindung zwischen Karkasse, Bindegummi und Laufstreifen hergestellt.

Foto: Rula-BRW
Foto: Rula-BRW
Foto: Rula-BRW

Produktionsablauf Heißerneuerung (Download-PDF)
Produktionsablauf Kalterneuerung (Download-PDF)
Shearografie (Download-PDF)


Qualität und Sicherheit

Geprüfte Qualität von Anfang an

Unabhängige Studien belegen: Runderneuerte Reifen sind zuverlässig und strapazierfähig. Die DEKRA hat zum Beispiel festgestellt: Die Reste geplatzter Reifen auf deutschen Autobahnen stammen in erster Linie und in der Mehrheit von Neureifen – und nicht von runderneuerten Reifen, wie gemeinhin angenommen wird. Pannenauslöser Nummer 1 ist dabei zu wenig Luft im Reifen. So müssen sich Nutzer um die Sicherheit runderneuerter Reifen keine Gedanken machen. Sie halten dieselben Standards ein wie Neureifen. Denn auch runderneuerte Reifen unterliegen der Typengenehmigung (E/ECE-Kennzeichnung) und damit der permanten Qualitätsüberwachung durch autorisierte Prüflaboratorien.

Voraussetzung für diese Qualität ist die Qualität der Karkasse. Und genau diese untersuchen die Runderneuerungsbetriebe mittels der sogenannten Shearografie, eines lasergestützen optischen Messverfahrens, sehr sorgfältig auf versteckte Schäden. Zum Einsatz kommen nur die Karkassen, die die Prüfung erfolgreich überstanden haben.

In mehreren Arbeitsschritten wird dann aus dem abgefahrenen Reifen ein neues, leistungsfähiges Produkt. Die Runderneuerungsexperten stimmen die Gummimischung und das Profildesign natürlich jeweils exakt auf die Anwendung, also auf Ihre Bedürfnisse ab – ob Fern-, Nah- oder Stadtverkehr, abseits von Asphalt oder im Mix Baustelle / Straße.


Laufleistung und Rendite

Ihre Investition – Ihre Rendite

Quelle: VACO, NL

Runderneuerte Reifen sind im Vergleich zu Neureifen 30 bis 50 Prozent günstiger. Für die meisten Anwender bedeutet dies mehrere Millionen Euro Ersparnis pro Jahr. Dabei stehen die Umweltschützer unter den Reifen ihren neuen Kollegen hinsichtlich Laufleistung und Rollwiderstand in nichts nach. Runderneuerte erbringen erwiesenermaßen dieselbe Kilometerleistung – allerdings zu geringeren Kosten pro Kilometer.

Zur Veranschaulichung: Von den Kosten eines Neureifens fließen knapp 70 Prozent in die Karkasse. Drei Viertel des Betrages! Genau dieser Teil kann aber erhalten werden. Die Runderneuerung ermöglicht also die Weiterverwendung einer Investition, die Sie bereits getätigt haben.


Billige Lkw-Neureifen aus asiatischer Produktion werden zu Dumpingpreisen auf den europäischen Markt gebracht: Dass das kein haltloser Vorwurf ist, hat der britische Runderneuerungsverband RMA (Retread Manufacturers Association) jüngst mit konkreten Zahlen belegt. Ein durchschnittlicher Lkw-Reifen wiegt 60 kg, rechnet der RMA vor. Die Materialkosten liegen bei etwa 1,16 £ pro kg, das entspricht etwa 1,60 Euro. Die Gesamtkosten pro Reifen belaufen sich somit auf knapp 70 £ (umgerechnet rund 96 Euro). Import-Neureifen würden in Großbritannien aber schon zum Preis von 73 £ verkauft (rund 101 Euro), so dass nach Abzug der reinen Materialkosten nur rund 3 Pfund (umgerechnet 5 Euro) verbleiben, um nicht nur die Produktions-, Transport- und Einfuhrkosten zu decken, sondern auch noch Gewinn zu erzielen.

Ein Ding der Unmöglichkeit ohne Subventionen, meint der RMA und argumentiert damit betriebswirtschaftlich schlüssig.  >> Mehr Infos : http://www.retreaders.org.uk/dumping-of-cheap-tyres-devastating-retread-tyre-industry-and-the-environment-says-rma/


Ausbildung

Hochqualifizierte Profis

Räder sind Hightech-Produkte und damit ein Aufgabengebiet für hoch qualifizierte Profis, die sich mit der immer komplexer gewordenen Technik perfekt auskennen. Aus diesem Grund wurde der Ausbildungsberuf des Mechanikers/der Mechanikerin für Reifen- und Vulkanisationstechnik geschaffen. Wer Spaß an Autos und Technik hat, trifft hier auf ein spannendes Tätigkeitsfeld mit guten Zukunftsperspektiven.

Die Ausbildung gliedert sich in drei Phasen. Das erste Jahr vermittelt eine allgemeine Grundbildung, das zweite eine tiefer gehende Fachbildung. Um im dritten Lehrjahr besteht die Möglichkeit, zwischen den Fachrichtungen Reifen- und Fahrwerkstechnik oder Vulkanisationstechnik zu wählen.

Welche Qualifizierung auch immer – eines ist klar: Die Ausbildung bei einem der Fachbetriebe in Deutschland erfolgt auf höchstem technischen wie fachlichen Niveau. Und so sorgen Sie gemeinsam mit Ihren Lehrmeistern dafür, dass die runderneuerte Reifen mit ihrer Leistung und Qualität nachhaltig überzeugen.

Einsatz / Referenzen

Überall im Einsatz – mit vollen Erfolg

Runderneuerte Reifen beweisen ihre Leistung. Seit Jahren und tagtäglich aufs Neue. So sind sie auch quer durch die Verkehrsindustrie im Einsatz – bei Fluggesellschaften, Bau- und Erdbewegungsmaschinen, Schulbussen und Kommunalfahrzeugen, Lkw-Flotten und Express-Zustelldiensten, Feuerwehr- und anderen Rettungsfahrzeugen, Traktoren und weiteren landwirtschaftlichen Geräten. Lesen Sie selbst, was Anwender aus unterschiedlichen Bereichen zu den Reifen sagen, die nicht nur die Umwelt schonen und Kosten sparen, sondern auch mit ihrer Performance überzeugen.


Die Runderneuerung zeigt Flagge!

Hier eine Werbung der Dresdener Stadtreinigung unseres Mitgliedes RuLa-BRW und REIFEN Döring.


Runderneuerungsbetriebe

Ihre Qualitätspartner

Sie sind Spediteur, Transportunternehmer, Vertreter des öffentlichen Nahverkehrs und suchen einen Runderneuerungsbetrieb in Ihrer Nähe? Ob für Fernverkehr, Nah-, Regional- oder Verteilerverkehr, für die Baustelle oder sonstige Spezialeinsätze – hier finden Sie den richtigen Partner. Denn: Deutschland runderneuert mit Qualität! Bitte PLZ eingeben:

Runderneuerungs-Betriebe in Ihrer Nähe:

Bipaver

Know-how quer durch Europa

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„Gebt Lkw-Reifen ein zweites Leben – der Umwelt und der Qualität zuliebe!“ Natürlich trägt auch unsere Dachorganisation unser Ziel mit. BIPAVER repräsentiert die Europäische Runderneuerungsindustrie und vertritt die Interessen von zehn Mitgliedsstaaten.
www.bipaver.org/

Presse / Aktuell


„Deutschland runderneuert mit Qualität“ – wie unsere Kampagne aussieht und welche Fakten diese Aussage untermauern, all das erfahren Sie aus unseren Pressemitteilungen. Für weitere Informationen oder persönliche Interviews sind wir natürlich jederzeit gerne für Sie da.

Bitte schreiben Sie eine Mail an Martina Schipke:
info@ bundesverband-reifenhandel.de

Oder rufen Sie unsere Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Martina Schipke direkt an unter Tel: 022 32 15 46 74

1. Sept 2016 / BRV - Rollwiderstand im Test – Runderneuerte können Neureifen in speziellen Fällen übertreffen!

Mit einer Kalt- oder Heiß-Reifenrunderneuerung können grundsätzlich vergleichbare oder in speziellen Fällen sogar bessere Rollwiderstandswerte im Vergleich zum Original-Neureifen erreicht werden. Zu diesem für Runderneuerer wie auch für ihre Kunden vielversprechenden Ergebnis kommt die Prüflabor Nord GmbH jetzt auf Basis einer konkreten Untersuchung.

Runderneuerte erzielten Klasse C, Neureifen nur Klasse D
Weil sein größter Kunde dies forderte, hatte das in Herne ansässige Runderneuerungsunternehmen Reifen Stiebling GmbH die ECE-Prüfstelle in Bad Bramstedt mit Rollwiderstandsbewertungen für zwei Bus-Reifen der Dimension 275/70 R 22,5 beauftragt. Beide Reifen waren von Stiebling mit dem Conti-Tread Profil HA3 - 230 mm sowie differenten Unterbauten im Kaltverfahren erneuert worden. An beiden runder­neu­erten Reifen wurde ein Rollwiderstandswert der Klasse C ermittelt. Die Prüfung erfolgte nach der ECE R. 117 Anhang 6, „Prüfverfahren zur Messung des Rollwiderstandes“, über das Drehmoment-Messverfahren. Die kleine Sensation dabei: Die vergleichbaren Neureifen der Markenhersteller Continental und Michelin, deren Karkassen bei der Runderneuerung verwendet wurden, weisen hinsichtlich des Rollwiderstandes beide nur den Labelwert „D“ auf.

Verschiedene Parameter haben Einfluss auf Rollwiderstand
Die Prüflabor Nord GmbH betont im Zusammenhang mit dem positiven Untersuchungsergebnis, dass dabei relevante Einflüsse wie der Unterbau (die Karkasse), die Gummiqualität, die Profilcharakteristik (leichte Veränderungen zum Original-Neu­rei­fenprofil), die Profiltiefe, die Profilaufstandsbreite sowie die Rau- und Belegeparameter zu berücksichtigen seien. „Alle diese aufgeführten Punkte haben einen leichten bis starken Einfluss auf den Rollwiderstand. Sowie Runderneuerungsunternehmen in der Lage sind, in kleinen Toleranzgrenzen Reifen herzustellen und auch die relevanten oben aufgeführten Einflüsse zu berücksichtigen, können gemessene Labelwerte von rund­erneuerten Reifen festgelegt und aufrechterhalten werden“, schreibt der Geschäftsführer der Prüflabor Nord GmbH. „Damit haben wir alle Anforderungen unserer Kunden er­füllt und liefern weiter“, freut sich Christian Stiebling, der Geschäftsführer des Runder­neuerungsunternehmens, über das Untersuchungsergebnis.

Ergebnis unterstützt BRV-Kampagne „Deutschland runderneuert mit Qualität!“
Bestätigt sieht sich auch Hans-Jürgen Drechsler, Geschäftsführer Bundesverband Reifenhandel und Vulkaniseur-Handwerk (BRV e.V., Bonn): „Deutschland runderneuert mit Qualität! Genau dies untermauert der BRV mit seiner bundesweiten PR- und Imagekampagne seit letztem Jahr. Eindrücklich stellt hierbei unsere Webseite alle Zahlen und Fakten dar, die den Vorteil des Einsatzes von runderneuerten Lkw-Reifen belegen.“ Weitere Informationen unter www.deutschland-runderneuert.de.

08. August 2016 / AutoRäderReifen - Gummibereifung - Runderneuerer im dramatischen Wettbewerb gegen Billigreifen
17. Juni 2016 - Schreiben an die deutschen Abgeordneten des Europäischen Parlaments
3. Juni 2016 / BRV - Schreiben an den Präsidenten der Europäischen Kommision, Jean-Claude Juncker
8. Juni. 2016 / BRV - Europäische LKW-Reifenrunderneuerungsbranche in Existenznöten: Kein Schutz durch EU-Kommission vor Billigimporten aus China

Die vorwiegend mittelständisch strukturierte Branche der LKW-Reifenrunderneuerer in Europa bangt um ihre Existenz. Dem Kostendiktat folgend, ersetzen immer mehr Nutzfahrzeugflottenbetreiber wie z.B. Unternehmen des Transportgewerbes qualitativ hochwertige runderneuerte Reifen bei Abnutzung durch billige Neureifen, die massenhaft zu Niedrigstpreisen vorwiegend aus China importiert werden. Vor über einem Jahr hat deshalb der europäische Runderneuerungsverband BIPAVER die EU-Kommission um Beistand für seine Mitglieder gebeten – doch bislang ohne Erfolg!
 
BIPAVER hat sich dazu jetzt mit der nachstehenden Presseinfo an die Medien in Europa gewandt:
 
Europäische LKW-Reifenrunderneuerungsbranche in Existenznöten:
Kein Schutz durch EU-Kommission vor Billigimporten aus China

 
Leiden/Bonn, 08.06.2016. BIPAVER vertritt die Interessen der unabhängigen europäischen Reifenrunderneuerungsindustrie, die aus über 400 kleinen und mittelständischen Runderneuerungsbetrieben mit über 10.000 Beschäftigten in ganz Europa besteht. Innerhalb der letzten fünf Jahre hat die chinesische Reifenindustrie zunehmend LKW-Reifen zu Niedrigpreisen in die europäischen Märkte gedrückt. Mittlerweile sind die Preise der meisten in die EU-28 Länder importierten Neureifen auf ein Niveau unterhalb der Herstellkosten für runderneuerte LKW-Reifen gefallen. Im vergangenen Jahr hat sich die Marktsituation, hauptsächlich bedingt durch eine Zunahme von Anti-Dumping-Bestimmungen in den umliegenden Kontinenten, weiter dramatisch zugespitzt.

Der europäische Gesamtmarkt für LKW-Reifen (Erstausrüstung + Ersatzgeschäft) hat ein Volumen von etwa 17 Mio. Stück. Darin sind die Billigimporte an Neureifen innerhalb der letzten fünf Jahre von 1 Mio. auf ca. 5 Mio. Stück gewachsen, während parallel der Absatz an runderneuerten Reifen von 6 Mio. auf ca. 4 Mio. Stück gefallen ist. Der gesamte LKW-Reifenersatzmarkt in Europa hat ein Volumen von ungefähr 10 Mio. Reifen.

Runderneuerung bringt Nachhaltigkeit in den Lebenszyklus von LKW-Reifen und leistet damit einen wesentlichen Beitrag zum Prinzip der Kreislaufwirtschaft. Runderneuerte Reifen bewirken eine maßgebliche Verbesserung der CO2-Bilanz, die Ersparnis von Rohmaterialien und nicht zuletzt eine Verringerung der Abfallmenge durch den Ersatz allein der abgefahrenen Lauffläche. Der Runderneuerungsprozess selbst unterliegt strengen rechtlichen und technischen Anforderungen, was gleiche Leistungsfähigkeit runderneuerter Reifen gegenüber Neureifen sicherstellt. Die Vertriebsregion eines Runderneuerungsbetriebes erstreckt sich in der Regel auf das direkte regionale Umfeld und ist deshalb auf den europäischen EU-28-Binnenmarkt beschränkt.

Über ein Jahr hat sich der europäische Runderneuerungsverband BIPAVER bei der EU-Generaldirektion Handel in Brüssel für die Prüfung und Verbesserung der Situation der Runderneuerer in Europa eingesetzt und dabei technische wie auch rechtliche Lösungsansätze vorgeschlagen. Doch nun wird klar, dass die EU-Kommission nicht in der Lage ist, die europäische Runderneuerungsindustrie zu schützen. Es mangelt an rechtlichen Regelungen, die auf die spezielle Situation des Industriezweiges Runderneuerung zugeschnitten sind.

In einer Zeit, in der die EU eine weitere Öffnung des EU-Marktes und Handelsabkommen mit verschiedenen Exportstaaten diskutiert und in der viele Europäer die europäische Einheit in Frage stellen, fragt sich die Runderneuerungsindustrie: Worin liegt der Wert einer Europäischen Handelspolitik, wenn diese nicht einmal in der Lage ist, die eigenen mittelständischen Industriezweige zu schützen?

Deshalb appelliert BIPAVER entschieden an die EU-Handelskommissarin Cecilia Malmstrøm, zu prüfen, was die EU in den kommenden Wochen tun kann, um ausgeglichene Marktbedingungen zu schaffen und den Industriezweig Runderneuerung und insbesondere seine kleinen und mittelständischen Marktteilnehmer vor Wettbewerbsverzerrungen zu schützen.

BIPAVER_Press Release_german_f (PDF)

Mai 2016 / Brief BAG - Förderprogramm “De-minimis” – Förderperiode 2016
Mai 2016 / AutoRäderReifen – Gummibereifung - KRAIBURG AUSTRIA – Dokument der Leistungsfähigkeit runderneuerter Reifen

Im Rahmen der Produktentwicklung unterzieht KRAIBURG AUSTRIA runderneuerte Reifen umfangreichen Praxistests. Das Unternehmen will dadurch nachweisen, dass runderneuerte Reifen den Neureifen in nichts nachstehen – ob Rollwiderstand, Nassgriff oder Rollgeräusch. Ihre aktuellen Testergebnisse haben die Spezialisten für Runderneuerung jetzt in einer Broschüre zusammengefasst.  >> mehr

10. Mai 2016 / Neue Reifenzeitung#reifenpresse - De-minimis: Verbände fordern jetzt „rechtsverbindliche“ Antworten vom BAG

Für den Reifenfachhandel in Deutschland, für die Runderneuerer und auch für die Flottenbetreiber entwickelt sich die Geschichte um die neue De-minimis-Förderrichtlinie 2016 zu einer unendlichen und auch unsäglichen Geschichte. Nachdem der erste Schreck verdaut war und vermeintliche Klarheit einkehrte, runderneuerte Reifen würden – zumindest in diesem Jahr – nicht gefördert werden, kam erst kürzlich erneut eine nicht gerade klein zu nennende Verwirrung hinzu, derzufolge M+S-markierte Reifen auf der Antriebsachse eben von einer Förderung nach De-minimis ausgenommen sein sollten, und das wider jede ökologische Logik. Wie jetzt der BRV gegenüber der NEUE REIFENZEITUNG berichtet, sei die Situation am Markt „mittlerweile eine Katastrophe – es gibt die unterschiedlichsten und sich zum Teil widersprechenden Informationen“ dazu, welcher Reifen nun mit wie viel Prozent gefördert werden kann und welcher Reifen eben nicht.

25. April 2016 / Neue Reifenzeitung#reifenpresse - Logik der De-minimis-Förderung kaum nachvollziehbar – und nicht folgenlos

Aufgrund einer Vielzahl an den Bundesverband Reifenhandel und Vulkaniseurhandwerk e.V. (BRV) gerichteter Anfragen dazu hat sich die Branchenvertretung die Mühe gemacht, basierend auf entsprechenden Onlineinformationen des Bundesamtes für Güterverkehr (BAG) sowie durch zusätzliche Nachfrage bei der Behörde im Detail zu klären, die Anschaffung welcher Reifen nunmehr denn tatsächlich gemäß des sogenannten De-minimis-Förderprogramms 2016 bezuschusst werden kann. Letztlich erschließen sich die Regelungen dem Verband weder rechtlich noch fachlich/inhaltlich, weshalb er sich in seinen Bemühungen und Aktivitäten bestätigt sieht, einschließlich der Möglichkeit der Inanspruchnahme von Rechtsmitteln zumindest für 2017 (für die Förderperiode 2016 ist dies nicht mehr möglich) unter anderem eine Förderung runderneuerter Reifen durchzusetzen. Zumal die in diesem Jahr weggefallene Förderung runderneuerter Lkw-Reifen für die Runderneurer hierzulande gravierende Auswirkungen zu haben scheint, wie Dirk Beinhoff, Geschäftsleitungsmitglied der Emigholz GmbH und Leiter deren Runderneuerungswerkes in Bremen, von seit Jahresbeginn deutlich rückläufigen Aufträgen berichtet. Mittelfristig werde man die eigenen Kapazitäten anpassen müssen, sollte die Nachfrage weiter rückläufig sein, ist vonseiten der Norddeutschen zu hören. cm

7. April 2016 / Reifen Stiebling - "Gesunde Unternehmen dürfen durch Förderstopp nicht in Existenznöte fallen"

Bei einem Besuch von „Reifen Stiebling“ kündigt Oliver Wittke (CDU), Mitglied des Verkehrsausschusses im Bundestag, Unterstützung im Kampf um die Runderneuerung an

Herne, im April 2016. Prominente Unterstützung beim Kampf für eine weitere finanzielle Förderung für runderneuerte LKW-Reifen erhielt jetzt „Reifen Stiebling“. Oliver Wittke (CDU), ehemaliger Verkehrsminister in NRW und heute Mitglied des Verkehrsausschusses im Deutschen Bundestag, stellte sich beim Besuch des Herner Unternehmens ganz auf die Seite des Reifen-Fachhandels: „Die Entscheidung des Bundesrechnungshofes, die Förderung zu stoppen, kann ich nicht nachvollziehen. Es darf nicht wahr sein, dass dadurch Unternehmen in Existenznöte fallen.“


Der Bundespolitiker will das Problem der gestrichenen De-miniminis-Förderung von runderneuerten Reifen im Finanzministerium bei Staatssekretär Jens Spahn (CDU) ansprechen und zudem versuchen, „im Einvernehmen mit dem Bundesrechnungshof eine Lösung zu finden“. Für 2016 sei „das Kind zwar bereits in den Brunnen gefallen“, aber, so Wittke: „Ich habe den Glauben an die Schlagkraft guter Argumente und an den gesunden Menschenverstand nicht verloren. Dass zum Beispiel ein so gesunder und gut aufgestellter Betrieb wie Reifen Stiebling durch die Regelung des Bundesrechnungshofes Schaden nimmt, darf einfach nicht sein.“

Christian Stiebling gab bei der Betriebsbesichtigung seinem Besuch aus Berlin schlagkräftige Argumente an die Hand: „Deutschlandweit hängen ca. 2.000 Arbeitsplätze an der Runderneuerung, vor allem im Mittelstand. Bei uns sind alleine 18 Arbeitsplätze davon betroffen, zudem ist der Ausbildungsberuf des Vulkaniseurs gefährdet.“ Noch habe er selbst in seinem Unternehmen Entlassungen vermieden, obwohl „wir schon im ersten Quartal 2016 die Folgen dieser völlig unverständlichen Entscheidung zu spüren bekamen“. So habe „Reifen Stiebling“ in seinen zwölf Filialen im Ruhrgebiet und am Niederrhein deutlich weniger runderneuerte Reifen als üblich verkauft, was für einen erheblichen Umsatzrückgang sorgte. Noch mehr betroffen seien mittelständische Reifen-Fachhändler, die sich komplett auf die Runderneuerung spezialisiert haben – „dort gab es bereits Entlassungen“, sagte Stiebling-Prokurist Hubertus Mönkemöller.

Aber nicht nur sichere Arbeitsplätze, sondern auch der Schutz der Umwelt werden nach Auffassung von „Reifen Stiebling“ – das Unternehmen weiß bei seiner Argumentation auch den Bundesverband Reifenhandel und Vulkaniseur-Handwerk e.V. hinter sich – durch die gestoppte Förderung konterkariert. So rechnete Christian Stiebling dem Bundestagsabgeordneten vor, dass alleine sein Unternehmen, dass bisher jährlich ca. 12.000 runderneuerte Lkw-Reifen für Spediteure, Entsorger und den ÖPNV produzierte,  rund 700.000 Liter Erdöl einspart. „Hinzu kommen im Vergleich zu Neureifen weniger CO2-Emissionen sowie der Wegfall der aufwändigen Entsorgung.“ Seine Kunden klammerte Stiebling in diesem Entscheidungsprozess übrigens komplett aus. „Jeder Spediteur rechnet mit dem spitzen Bleistift. Und jetzt sind Neureifen preiswerter als runderneuerte Reifen, also entscheidet sich der Käufer ganz klar für die Neureifen.“

Für den Verkehrspolitiker waren dies ausreichend Argumente, den mittelständischen Reifen-Unternehmen zumindest ein wenig Hoffnung zu machen. „Den Druck des Bundesrechnungshofs, der sich nicht über das Finanzministerium stellen darf, kann ich nicht nachvollziehen. Ich werde mich in Berlin dafür einsetzen, dass die gestoppte Förderung 2017 wieder aufgenommen wird“, versprach Oliver Wittke.

Aber nicht nur neu geknüpfte politische Kontakte, sondern auch den Klageweg will „Reifen Stiebling“ nutzen, um „diesen Irrsinn zu stoppen“. Daher unterstützt sein Unternehmen die Klage des Bundesverbandes des Reifenhandels und Vulkaniseur-Handwerks (BRV) vor dem Verwaltungsgericht.

PM Reifen Stiebling – Runderneuerung (PDF)
 
Mehr Informationen:
www.reifen-stiebling.de

31. März 2016 / AutoRäderReifen – Gummibereifung - Dokument der Leistungsfähigkeit runder­neuerter Reifen

Im Rahmen der Produktentwicklung un­terzieht Kraiburg Austria runderneuerte Reifen um­fangreichen Praxistests. Das Unternehmen will dadurch nachzuweisen, dass runderneuerte Rei­fen den Neureifen in nichts nachstehen – ob Rollwiderstand, Nassgriff oder Rollgeräusch. Ihre aktuellen Testergebnisse haben die Spezialisten für Runderneuerung jetzt in einer Broschüre zusammengefasst.

Die Broschüre soll Runderneuerungsbetrieben einen Leistungsvergleich mit Neureifen ermöglichen. Auch Lkw-Reifen müssen ein separates Label aufweisen. Dies muss zwar nicht auf dem Reifen angebracht sein, es muss dem Kunden jedoch vor Verkauf des Reifens gezeigt werden. Sind diese im Verkaufsraum ausgestellt, ist also eine deutlich sichtbare Kennzeichnung auf oder am Reifen notwendig. Im Fall von Lagerreifen ist der Händ­ler für die korrekte Information des Käufers verantwortlich. Von dieser Re­gelung für Neureifen sind – zumindest bis November 2017 – runderneu­erte Reifen ausgeschlossen. Um den Anwendern trotzdem eine gleich­wertige Information an die Hand zu geben, hat Kraiburg Austria die Leistungsfähigkeit der runderneuerten Reifen aufbereitet.

Gemeinsam mit der oberösterreichischen Spedition Dicker Transport & Logistik, die eine Flotte mit 27 modernen Lkws im Einsatz hat, testete Kraiburg Austria Runderneuerte gegen Neureifen. Dabei wurden die Neureifen aus der Erstausrüstung auf Antriebsachse und Trailer gegen runderneuerte Reifen mit Kraiburg-Mischungen getauscht. Auf der Antriebsachse wurden in der Dimension 315/70 R 22.5 Reifen der Rollwiderstandsklasse D durch Reifen der Klasse C im Profil K 700 plus ersetzt. Auf der Trailerachse kamen Reifen der Größe 385/65 R 22.5 im Profil K 801 tech und der Klasse B statt C zum Einsatz.

23. März 2016 / BRV - Unsere multimediale Broschüre
21. März 2016 / BRV/wdk - Gemeinsame Sachstandsklärung des BRV und des wdk zum aktuellen Stand (Status quo) in Sachen FörderRL „De-minimis“ – Förderperiode 2016
Februar 2016 / Trends & Facts - Jüngste Entwicklungen zu vielen schon bekannten Themen

RDKS

BRV-Kampagne www.RDKS-Wissen.de:

Die äußerst erfolgreiche Website www.rdks-wissen.de sowie die dazugehörige Facebook-Seite www.facebook.com/brvbonn wird dank erneuter finanzieller Unterstützung der Sponsoren Alligator, Continental Aftermarket GmbH, Huf, Pirelli und Schrader in 2016 weitergeführt. Parallel dazu wird in Trends & Facts laufend über diese Kampagne berichtet. Die Kampagne dient der Verbraucheraufklärung zu RDKS speziell, informiert aber auch über andere Reifenthemen. BRV-Mitglieder sind herzlich eingeladen, die Inhalte der Webseiten durch Verlinkung und Empfehlungen zu teilen!

Überarbeitung der StVZO (aktueller Stand)
Herr Drechsler beichtete, dass die Novellierung nach wie vor beim Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) in Bearbeitung/Abstimmung sei und noch kein Entwurf zur Verbändeabstimmung vorliege. Insofern könne derzeit noch nicht detailliert eingeschätzt werden, inwiefern und mit welchem Inhalt die beiden BRV-Forderungen nach Aufnahme der situativen Winterreifenpflicht, und damit der Verantwortlichkeit des Fahrzeughalters, sowie nach Anpassung der Vorgaben zu Mischbereifung (insbesondere an Nutzfahrzeugen) an das europäische Recht berücksichtigt werden. Zum zweiten Punkt: Nach EU-Richtlinie 92/23 sind achsweise identische Reifen in den meisten EU-Mitgliedsstaaten schon verbindlich; der BRV setzt sich für eine entsprechende Regelung auch in Deutschland ein.

Runderneuerung
BIPAVER-ReTyre-Projekt:
Dazu gab es nicht viel zu berichten. Der aktuelle Stand der Arbeiten kann jederzeit auf der Website www.retyre-project.eu eingesehen werden. Weitere Abstimmungen mit dem ETRMA – also dem Vertreter der Neureifenhersteller, die selbst runderneuern – sind erforderlich, da die bisherigen noch zu keinem Ergebnis geführt haben.

„Schneeflockensymbol“ für runderneuerte Lkw-Reifen
:
Auch hierzu nichts Neues: Der Vorschlag, die ECE-R 109 für runderneuerte Lkw-Reifen um das sogenannte „Schneeflockensymbol“ zu erweitern, ist noch in der Abstimmung bei der UN-ECE.

PR- und Imagekampagne für runderneuerte Lkw-Reifen:
Die vom BRV im Rahmen seiner bundesweiten PR- und Imagekampagne für runderneuerte Lkw-Reifen betriebenen Web- und Facebookseiten www.deutschlandrunderneuert.de sowie www.facebook.com/ deutschlandrunderneuert haben mittlerweile nicht unwesentlich dazu beigetragen, runderneuerte Lkw-Reifen mehr in den Fokus der verschiedenen Zielgruppen zu rücken (Verbraucher auf der einen,
Reifenfachhandel als Vermarkter von Lkw-Reifen auf der anderen Seite). Zwischenzeitlich hat mit ausgewählten Runderneuerern ein Brainstorming zum weiteren Ausbau der Kampagne stattgefunden. Dabei stand insbesondere die Aus-/Fortbildung für Verkaufspersonal von Lkw-Reifen (Neue und Runderneuerte) im Fokus. Über die Entwicklung und Etablierung eines entsprechenden Konzeptes wird in der nächsten AK-Technik-Sitzung berichtet, erste Konzeptansätze sind in dem Beitrag auf S. 44 dargestellt.

Förderung runderneuerter Lkw-Reifen (De-minimis):
Herr Drechsler informierte über den Status Quo der Berücksichtigung runderneuerter Lkw-Reifen im
Rahmen des De-minimis-Förderprogramms 2016. Da hierzu aber selbst per Redaktionsschluss dieser
T&F -Ausgabe noch nichts definitiv entschieden war,  können wir unseren Lesern an dieser Stelle nur die Empfehlung geben: Informieren Sie sich bitte tagesaktuell auf der Website www.deutschland-runderneuert.de, wenn Sie sich für dieses Thema interessieren!

Antidumpingverfahren gegen außereuropäische Billig-Lkw-Reifen:
 Seit Monaten gab es dazu recht zähe Verhandlungen mit der Europäischen Kommission (DG Trade), in denen Ende 2015 dann doch ein Durchbruch erzielt werden konnte. Unter Federführung des Runderneuerungsverbandes BIPAVER wird derzeit auf europäischer Ebene intensiv an der Erstellung der für ein solches Verfahren notwendigen, umfangreichen Unterlagen gearbeitet. Zum Zeitpunkt der Arbeitskreissitzung war davon auszugehen, dass BIPAVER Anfang März einen entsprechenden
Antrag zur Eröffnung eines Antidumpingverfahrens bei der Europäischen Kommission einreicht und dass dieser auch angenommen und bearbeitet wird.

BRV-Gespräche mit Autoservicekonzeptanbietern und Autoteilegroßhändlern

Herr Drechsler informierte die Arbeitskreismitglieder über die vom 25. bis 27.01.2016 vom BRV-Vorstand durchgeführten Gespräche mit den Firmen Bosch, Continental, Hella, Hess, Matthies, Select, Stahlgruber, TRW, Würth und ZF. Einzelheiten dazu siehe im Beitrag der Rubrik Aktuell auf S. 12f. Im Rahmen der Gespräche hatten die Vertreter von Hella dem BRV zugesagt, Verbandsmitgliedern einen direkten, kostenlosen Zugang zum Technikportal HELLA TECH WORLD zur Verfügung zu stellen. Dieses Portal bietet seinen Nutzern technischen Service, umfassendes Know-how und eine direkte Nähe zur Werkstattpraxis. Hierdurch können sie vom gesamten technischen Wissen aus den Hella-Kompetenzbereichen Beleuchtung, Elektrik, Elektronik, Thermo Management, Bremse und Fahrzeugdiagnose profitieren. Der Zugang zur HELLA TECH WORLD steht BRV-Mitgliedern seit 23. Februar im passwortgeschützten Mitgliederbereich der BRV-Website, als eigener Menüpunkt direkt nach dem Login, zur Verfügung. An dieser Stelle herzlichen Dank an die HELLA KGaA Hueck & Co. und die Empfehlung an die BRV-Mitglieder, diesen Service auch zu nutzen!

OE-markierte Reifen – Reifenfabrikatsbindung durch die Hintertür?
Das Gremium diskutierte dieses Thema anhand einer Pirelli-Präsentation „OE markierte Reifen – ein wichtiger Teil der Fahrzeugentwicklung“. Diese kann den Eindruck vermitteln, dass Reifen auf den Markt gebracht werden, die sich zum Teil hinsichtlich der Performance-Eigenschaften von den reinen
Ersatzmarktvarianten unterscheiden; und das, obwohl es sich um die gleiche Reifendimension und Profilausführung handelt, gegebenenfalls auch mit der gleichen Typengenehmigungsnummer.
Darin sieht der AK Technik zumindest im Ansatz eine tendenzielle Wiedereinführung der Reifenfabrikatsbindung durch die Hintertür, der entschieden entgegenzuwirken ist. Darüber hinaus stellt sich hier auch die Frage der Zulässigkeit einer  Typengenehmigung für zum Teil deutlich unterschiedliche Reifen (übrigens ein Thema des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur). Herr Drechsler berichtete, dass er dazu auch mit dem wdk in Kontakt steht, um von dort ein aktuelles, herstellerübergreifendes Statement zu erhalten. Darüber hinaus erklärte sich ein AK-Mitglied bereit, von einem Hersteller in einer Reifendimension die jeweils dazu angebotenen, unterschiedlich (OE-)gekennzeichneten Reifen zu beschaffen, um diese einschließlich der  Typengenehmigungin ihrer Gesamtheit beispielhaft zu dokumentieren. Darüber hinaus wurden folgende Punkte im Arbeitskreis besprochen: Reifenpannenhilfsfahrzeuge – Klassifizierung als selbstfahrende Arbeitsmaschinen. Zu diesem Thema waren schon in den letzten beiden T&F Ausgaben aktuelle Berichte veröffentlicht; ein Update dazu gibt es in diesem Heft auf S. 31 – bitte beachten!

BRV-Unterstützung für AFCAR
Auch über den Anschluss des BRV an die „Alliance for the Freedom of Car Repair“ hat T&F  in der letzten Ausgabe (S.28) bereits berichtet.

Profiltiefenmessung

Unter diesem Tagesordnungspunkt erläuterte Herr Kempin den Arbeitskreismitgliedern einen technologischen Ansatz der Bosch-Gruppe zur automatisierten Profiltiefenmessung in der bzw. bei Einfahrt in die Werkstatt. Die nächste Sitzung des AK Technik findet am 27. September statt. Themenvorschläge oder Arbeitsaufträge für den Arbeitskreis sind in der BRV-Geschäftsstelle jederzeit willkommen. Kontakt: Hans-Jürgen Drechsler, E-Mail hj.drechsler@ brv-net.de.


Lkw-Reifenrunderneuerung
Ergänzend zur Kampagne: Schulung geplant!

Wie kann man dafür sorgen, dass die vorwiegend mittelständisch strukturierten Unternehmen, die Lkw-
Reifen runderneuern, trotz schwieriger Marktbedingungen überlebensfähig bleiben?

In Abstimmung mit den Branchenteilnehmern hat der BRV im letzten Jahr eine PR- und Imagekampagne ins Leben gerufen, die mit ihrer zentralen Informationsplattform www. deutschland-runderneuert.de schon einiges erreicht hat. Und bekanntermaßen richtet sich diese Kampagne ja nicht nur an Endverbraucher (sprich: potenzielle Nutzer dieser Produkte), sondern auch an den Reifenfachhandel, der als Absatzmittler runderneuerter Lkw-Reifen eine ganz wichtige Rolle einnimmt.

In einem jüngst von BRV-Geschäftsführer Hans-Jürgen Drechsler einberufenen Meeting wurden deshalb von Branchenvertretern weitere Ideen gesammelt, um speziell die Zielgruppe Reifenfachhandel für qualitativ hochwertige Runderneuerte als empfehlenswerte Alternative zu billigen Import-Neureifen aus Fernost zu sensibilisieren. Da bloße Appelle als unzureichend angesehen werden, soll dem Reifenfachhandel jetzt im Rahmen eines neuen Schulungsangebotes das Thema nähergebracht werden. Und zwar, indem eine Verkaufsschulung speziell zu Lkw-Reifen konzipiert wird, die den Teilnehmern sowohl zu neuen als auch zu runderneuerten Qualitätsprodukten Verkaufsargumente an die Hand gibt.
In der Frühjahrssitzung des BRV-Arbeitskreises Technik wurde dazu ein erstes Konzeptpapier präsentiert und diskutiert, in dem die Schulungsinhalte wie folgt skizziert sind:

Lkw-Reifen (Neue und Runderneuerte) professionell verkaufen

I. Technisches Hintergrundwissen
1. Reifenbestandteile und Aufgaben (Radial-Reifen)
– Vorstellung des typischen Reifenaufbaus
– Aufgaben der Bauteile und Materialien
– Zusammenhang Reifenvolumen/Fülldruck/Temperatur/Tragfähigkeit
– „neue“ bzw. ersetzte Bauteile im Zuge der Runderneuerung
– Heiß/Kalterneuerung – Gegenüberstellung
2. Reifenprofiltypen und ihre prinzipiellen Eigenschaften
– Vorderachse/Trailerachse – „Führungs“-Profile/Tragreifen
– Rundumbereifung
– Traktionsreifen – Fernverkehr, Nah-/Regionalverkehr, gemischter Einsatz Straße/Baustelle, reine Offroad-Profile
3. Einfluss der Laufflächenmischung
– auf Laufleistung
– auf mechanische Beanspruchung
– auf Traktion/Haftung
– auf Rollwiderstand und Treibstoffverbrauch
– Geräuschbildung und Abriebform
4. Fahrzeugtechnik
– gängige Fahrzeugkonfigurationen
– Achslasten, typische Reifengrößen und Luftdrücke
– Belastungen der einzelnen Achsen/Radpositionen
– Bremsen/Retarder, Luftfederung, Allradantriebe

II. Besuch beim Kunden
1. „Fuhrparkvisite“ – wichtige Indikatoren herauslesen
– Reifenabriebe deuten
– Fahrzeug und Einsatzindikatoren erkennen
– Einkaufsverhalten in Bezug auf Reifen
2. Das Verkaufsgespräch
– Vorbereitung
– welche Faktoren müssen abgefragt werden
– welche Fabrikate/Profile sind im Fuhrpark
– gibt es Probleme
– Angebot und Beratung
– Testreifen/Reifenverfolgung

III. Gesetzliche Grundlagen zulässiger Bereifung (einschließlich Mischbereifung nach 92/23)

IV. Richtlinie für die Beurteilung von Reifenschäden unddie Instandsetzung von Luftreifen

V. Praktische Beispiele
1. Praktische Beispiele von Kundenanfragen und deren Abwicklung bis zum Angebot und Beratungsgespräch Auf dieser Basis wird jetzt weiter an dem Schulungskonzept gearbeitet, die erste Lehrgangsausschreibung soll möglichst noch in diesem Jahr erfolgen.

18. März 2016 / BRV - Lkw-Reifenersatzgeschäft: Produktsegment runderneuerte Reifen stark unter Druck!

Im Jahr 2015 wurden im deutschen Reifenersatzgeschäft (Handel an Verbraucher) knapp 2,7 Millionen Lkw-Reifen verkauft. Das geht aus den aktuell veröffentlichten „Marktdaten Reifenersatzgeschäft 2015/2016“ des Bundesverbandes Reifenhandel und Vulkaniseur-Handwerk (BRV, Bonn) hervor. Im Produktsegment Lkw-Reifen stand dabei einem Plus von 2,3 Prozent im Verkauf von Neureifen ein Absatzrückgang von 8,4 Prozent bei runderneuerten Lkw-Reifen gegenüber, so dass sich im Schnitt ein Minus von 1,5 Prozent ergibt.

"Hier zeigt sich sehr deutlich, unter welchem Druck speziell die Lkw-Reifenrunderneuerer durch die boomenden Importe billiger Neureifen aus China stehen", sagt BRV-Geschäftsführer Hans-Jürgen Drechsler. „Runderneuerte Reifen machen im Lkw-Segment nur noch knapp ein Drittel aus, Neureifen gut zwei Drittel."

Für 2016 rechnet der Verband sogar damit, dass der Stückzahlverlust Runderneuerter mit gut zehn Prozent noch deutlicher ausfallen wird, während er für Lkw-Neureifen derzeit ein schwaches Absatzplus von 1,1 Prozent prognostiziert. Nicht nur China-Importe werden der Produktgruppe weiter zu schaffen machen; mit dem Inkrafttreten der De-minimis-Förderrichtlinie 2016 zum gleichnamigen Förderprogramm des Bundes haben die vorwiegend mittelständischen Unternehmen der Runderneuerungsbranche ein neues, großes Problem. Runderneuerte Lkw-Reifen sind nämlich im Gegensatz zu Neureifen seit Januar nicht mehr förderfähig, die Nachfrage ist infolgedessen seither stark eingebrochen.

Der BRV, der auch die Runderneuerer in Deutschland vertritt, kämpft zwar seit Wochen um eine Richtlinienänderung, aber der Ausgang ist noch ungewiss. Drechsler: "Diese Situation ist für viele Runderneuerer existenzbedrohend. Selbst wenn wir im Endeffekt Erfolg haben sollten: Die Uhr tickt, und je mehr Zeit vergeht, desto mehr Betriebe werden schon allein bis zur Entscheidung ums nackte Überleben kämpfen müssen!"

Gesamtentwicklung Reifensersatzgeschaeft in Deutschland, Tabelle (PDF)


Mehr Infos zu runderneuerten Lkw-Reifen: www.deutschland-runderneuert.de

8. März 2016 / AutoRäderReifen - Gummibereifung - BRV: Förderprogramm des Bundes bedroht Arbeitsplätze der Runderneuerer

Wie wir bereits berichtet haben, werden im Rahmen von De-minimis Unternehmen des Güterkraftverkehrs mit schweren Nutzfahrzeugen gefördert, die bestimmte Maßnahmen zur Förderung von Sicherheit und Umwelt durchführen. In der Vergangenheit gehörte auch der Erwerb neuer oder runderneuerter Reifen zu den Investitionen, für die Güterverkehrsunternehmen staatliche Zuschüsse beantragen konnten. Doch seit Beginn des Jahres knüpft die Förderfähigkeit in punkto Pneus an das EU-Reifenlabel an. Damit sind runderneuerte Lkw-Reifen de facto von der Förderung ausgeschlossen, denn das Label gibt es derzeit nur für Neureifen.

„Für die vorwiegend mittelständisch strukturierten Runderneuerungsunternehmen mit ihren gut 1.800 Beschäftigten ist das eine Katastrophe“, so Hans-Jürgen Drechsler, Geschäftsführer des Bundesverbandes Reifenhandel und Vulkaniseur-Handwerk (BRV), der auch die Interessen der Runderneuerer in Deutschland vertritt. „Unsere Mitglieder berichten, dass die Nachfrage von Speditionskunden nach ihren Produkten seit Jahresbeginn rapide gesunken ist.“ Aus Kostengründen würden sich die Spediteure jetzt lieber für günstige Neureifen entscheiden, die die geforderten Labelwerte vielleicht gerade so erfüllten, durch die staatlichen Subventionen im Endeffekt aber deutlich billiger zu haben seien als ressourcenschonend produzierte Runderneuerte. Das kann nach Aussage des BRVs nicht im Sinne des Förderprogramms sein.

Das Verkehrsministerium plant, runderneuerte Lkw-Reifen für förderfähig zu erklären, ohne dass für sie Vorgaben hinsichtlich Geräuschentwicklung und Rollwiderstand gelten, die auf Basis des EU-Reifenlabels definiert sind. Die Wirtschaftlichkeits-Wächter des Finanzministeriums hingegen beharren darauf, eben diese Vorgaben in der Richtlinienänderung auch für Runderneuerte beizubehalten. Einwände, dass für runderneuerte Lkw-Reifen mangels Reifenlabel gar kein Nachweis für die Einhaltung dieser Vorgaben erbracht werden kann, wischt der Bundesrechnungshof vom Tisch. Anstelle des Labels müssten das eben die Runderneuerer ihren Produkten attestieren. Für die Runderneuerungsunternehmen aber ist dieser Lösungsvorschlag ungefähr so gut wie die Wahl zwischen Pest und Cholera.

Verbandsexperte Drechsler erklärt warum: „Entweder sie bescheinigen das ungeprüft und machen sich dann im Rahmen von De-minimis-Förderungen ihrer Produkte des Subventionsbetrugs schuldig. Oder sie müssen quasi jeden einzelnen Reifen, den sie runderneuern, einem Test nach den Vorgaben für die Neureifenkennzeichnung unterziehen. Das aber können die Runderneuerer weder organisatorisch noch finanziell bewältigen.“ Der springende Punkt dabei ist, dass Runderneuerer im Gegensatz zu Neureifenherstellern ihre Produkte nicht in Serie fertigen können, da gebrauchte Karkassen unterschiedlicher Hersteller und unterschiedlichen Alters, in der Kalterneuerung gegebenenfalls auch unter Verwendung von Laufstreifen unterschiedlicher Hersteller, verwendet werden. Für den BRV ist das Ansinnen des Bundesrechnungshofes deshalb kein akzeptabler Kompromiss. „Gerade weil der im Vergleich zu Neureifen um ein Vielfaches höhere Testaufwand den wirtschaftlichen Exitus für die mittelständischen Runderneuerungsunternehmen bedeuten würde, hat die EU ja die runderneuerten Reifen aus der Reifenkennzeichnungsverordnung vorerst ausgenommen und der Branche eine Übergangsfrist bis 2017 gewährt“, so Hans-Jürgen Drechsler. „Seither arbeiten wir auf europäischer Ebene und in einem von der EU unterstützten Projekt unter Hochdruck daran, eine vergleichbare, aber für die Runderneuerungsbranche tragbare Lösung zu erarbeiten. Zur Sicherung der Deminimis-Förderung wird diese aber definitiv zu spät kommen – bis dahin ist die laufende Förderperiode vorbei und ein großer Teil der mittelständischen Runderneuerer in Deutschland wird den Exitus erlebt haben.“
Quelle: akl

8. März 2016 / Neue Reifenzeitung - De-minimis-Richtlinie ist „Sargnagel für die mittelständischen Runderneuerer“

Der Bundesverband Reifenhandel und Vulkaniseur-Handwerk arbeitet eigenen Aussagen zufolge bereits an einer Klage vor dem Bundesverwaltungsgericht wegen der neuen De-minimis-Förderrichtlinie, die – so sieht es derzeit jedenfalls aus – in Zukunft nicht mehr die Förderung von runderneuerten Reifen ermöglichen wird. Das Förderprogramm, von dem kleine wie große industrielle Runderneuerer in Deutschland jahrelang profitieren konnten, drohe sich „zum Sargnagel für die mittelständischen Betriebe der Branche zu entwickeln“ – dies „klingt paradox, ist aber leider bittere Wahrheit für die Lkw-Reifenrunderneuerer in Deutschland“, konstatiert der BRV in einer heute veröffentlichten Mitteilung und erhöht damit auch den Druck auf die Bundesbehörden, namentlich den Bundesrechnungshof, der sich offenbar gegen eine vom Verband geforderte Lösung sperrt. „Für die vorwiegend mittelständisch strukturierten Runderneuerungsunternehmen mit ihren gut 1.800 Beschäftigten ist das eine Katastrophe“, sagt Hans-Jürgen Drechsler, Geschäftsführer des Bundesverbandes Reifenhandel und Vulkaniseur-Handwerk, der auch die Interessen der Runderneuerer in Deutschland vertritt. „Unsere Mitglieder berichten, dass die Nachfrage von Speditionskunden nach ihren Produkten seit Jahresbeginn rapide gesunken ist.“

8. März 2016 / BRV - Lkw-Reifenrunderneuerung: Förderprogramm des Bundes bedroht Arbeitsplätze im Mittelstand

Es klingt paradox, ist aber leider bittere Wahrheit für die Lkw-Reifenrunderneuerer in Deutschland: Die Förderrichtlinie 2016 des Förderprogramms „De-minimis“ droht sich zum Sargnagel für die mittelständischen Betriebe der Branche zu entwickeln. Und das, obwohl runderneuerte Reifen eigentlich perfekt zur Zielsetzung des Programms passen. Im Rahmen von De-minimis werden Unternehmen des Güterkraftverkehrs mit schweren Nutzfahrzeugen gefördert, die bestimmte Maßnahmen zur Förderung von Sicherheit und Umwelt durchführen. Primäres Ziel des nationalen Förderprogramms ist es, "die negativen Wirkungen des Straßengüterverkehrs mit schweren Nutzfahrzeugen auf die Umwelt zu reduzieren, indem Emissionen gesenkt und Materialverbräuche reduziert werden." In der Vergangenheit gehörte auch der Erwerb neuer oder runderneuerter Reifen zu den Investitionen, für die Güterverkehrsunternehmen staatliche Zuschüsse beantragen konnten. Doch seit Beginn des Jahres knüpft die Förderfähigkeit in punkto Pneus an das EU-Reifenlabel an. Damit sind runderneuerte Lkw-Reifen de facto von der Förderung ausgeschlossen, denn das Label gibt es derzeit nur für Neureifen.

"Für die vorwiegend mittelständisch strukturierten Runderneuerungsunternehmen mit ihren gut 1.800 Beschäftigten ist das eine Katastrophe", sagt Hans-Jürgen Drechsler, Geschäftsführer des Bundesverbandes Reifenhandel und Vulkaniseur-Handwerk (BRV, Bonn), der auch die Interessen der Runderneuerer in Deutschland vertritt. "Unsere Mitglieder berichten, dass die Nachfrage von Speditionskunden nach ihren Produkten seit Jahresbeginn rapide gesunken ist." Aus Kostengründen entschieden die Spediteure sich jetzt lieber für günstige Neureifen, die die geforderten Labelwerte vielleicht gerade so erfüllten, durch die staatlichen Subventionen im Endeffekt aber deutlich billiger zu haben seien als qualitativ hochwertige, ressourcenschonend produzierte Runderneuerte. Das aber kann nicht im Sinne des Förderprogramms sein, denn: "Runderneuerte Lkw-Reifen leisten per se einen erheblichen Beitrag zum Umweltschutz. Im Vergleich zur Herstellung eines Neureifens ist der Energieaufwand um rund 50 Prozent und der Wasserbedarf um rund 80 Prozent niedriger. Es wird bis zu 70 Prozent weniger Rohöl benötigt. Bei einer Runderneuerung werden zudem im Schnitt 50 kg weniger Rohstoffe eingesetzt, was ebenfalls einer Einsparung von durchschnittlich etwa 70 Prozent im Vergleich zur Herstellung eines Neureifens entspricht. Und in Summe verursacht die Produktion von runderneuerten Reifen um 30 Prozent niedrigere CO2-Emissionen als die Produktion von Neureifen", erklärt Hans-Jürgen Drechsler.

Diese Umweltargumente zählen aber offenbar nicht – jedenfalls nicht für den Bundesrechnungshof. An dessen Veto scheitert nämlich bislang ein Änderungsvorschlag zur Förderrichtlinie des Programms, den das zuständige Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur auf Antrag des BRV mittlerweile vorgelegt hat.

Das Verkehrsministerium plant, runderneuerte Lkw-Reifen für förderfähig zu erklären, ohne dass für sie Vorgaben hinsichtlich Geräuschentwicklung und Rollwiderstand gelten, die auf Basis des EU-Reifenlabels definiert sind. Die Wirtschaftlichkeits-Wächter des Finanzministeriums hingegen beharren darauf, eben diese Vorgaben in der Richtlinienänderung auch für Runderneuerte beizubehalten.

Einwände, dass für runderneuerte Lkw-Reifen mangels Reifenlabel gar kein Nachweis für die Einhaltung dieser Vorgaben erbracht werden kann, wischt der Bundesrechnungshof vom Tisch. Anstelle des Labels müssten das eben die Runderneuerer ihren Produkten attestieren.

Für die Runderneuerungsunternehmen aber ist dieser Lösungsvorschlag ungefähr so gut wie die Wahl zwischen Pest und Cholera. Verbandsexperte Drechsler erklärt warum: "Entweder sie bescheinigen das ungeprüft und machen sich dann im Rahmen von De-minimis-Förderungen ihrer Produkte des Subventionsbetrugs schuldig. Oder sie müssen quasi jeden einzelnen Reifen, den sie runderneuern, einem Test nach den Vorgaben für die Neureifenkennzeichnung unterziehen. Das aber können die Runderneuerer weder organisatorisch noch finanziell bewältigen!" Der springende Punkt dabei ist, dass Runderneuerer im Gegensatz zu Neureifenherstellern ihre Produkte nicht in Serie fertigen können, da gebrauchte Karkassen unterschiedlicher Hersteller und unterschiedlichen Alters, in der Kalterneuerung gegebenenfalls auch unter Verwendung von Laufstreifen unterschiedlicher Hersteller, verwendet werden. Für den BRV ist das Ansinnen des Bundesrechnungshofes deshalb kein akzeptabler Kompromiss. "Gerade weil der im Vergleich zu Neureifen um ein Vielfaches höhere Testaufwand den wirtschaftlichen Exitus für die mittelständischen Runderneuerungsunternehmen bedeuten würde, hat die EU ja die runderneuerten Reifen aus der Reifenkennzeichnungsverordnung vorerst ausgenommen und der Branche eine Übergangsfrist bis 2017 gewährt", sagt Hans-Jürgen Drechsler. "Seither arbeiten wir auf europäischer Ebene und in einem von der EU unterstützten Projekt unter Hochdruck daran, eine vergleichbare, aber für die Runderneuerungsbranche tragbare Lösung zu erarbeiten. Zur Sicherung der De-minimis-Förderung wird diese aber definitiv zu spät kommen – bis dahin ist die laufende Förderperiode vorbei und ein großer Teil der mittelständischen Runderneuerer in Deutschland wird den Exitus erlebt haben!"

Der Verband sieht in der Causa De-minimis eine klare Wettbewerbsverzerrung zu Lasten der von ihm vertretenen Runderneuerungsbetriebe und will deshalb für sie weiter um eine akzeptable Lösung kämpfen. Drechsler: "Wenn es sein muss, auch auf dem Rechtsweg. An der Klage vor dem Bundesverwaltungsgericht arbeiten wir bereits."

Mehr Infos zu runderneuerten Lkw-Reifen: www.deutschland-runderneuert.de

22. Februar 2016 / Neue Reifenzeitung#reifenpresse - Geänderte "De-minimis"-Förderrichtlinie geht problemlos in die Ressortabstimmung

Wie vom Bundesverband Reifenhandel und Vulkaniseur-Handwerk prognostiziert, ist die erste Änderung der De-minimis-Richtlinie für den Förderzeitraum 2016 ohne großes Aufhebens durch die „Verbändeabstimmung“ gekommen. Das zuständige Referat im Bundesverkehrsministerium (BMVI) hat die Änderung jetzt in die sogenannte Ressortabstimmung mit anderen betroffenen Ministerien und dem Bundesrechnungshof gegeben und verweist bei der Gelegenheit auf die Argumente des Verbands. „Die Runderneuerung von Reifen leistet nach Auffassung des Bundesverbandes Reifenhandel und Vulkaniseur-Handwerk e.V. einen bedeutenden Beitrag für die Umwelt. Es werden weniger Rohstoffe und weniger Energie bei der Herstellung verbraucht. Bei der Herstellung entsteht weniger CO2. Die Abfallmengen werden reduziert“, schreibt das BMVI. Weiter: „Damit können aus unserer Sicht runderneuerte Reifen einen wichtigen Beitrag zum Ziel ‚Umwelt’ der Förderrichtlinie leisten.“ Des Weiteren bittet das BMVI-Referat die Ressorts „um Zustimmung möglichst bis Freitag, 26.02.2016, Dienstschluss“. ab

19. Februar 2016 / BRV - Gute Nachrichten zu "De-minimis".

Gute Nachrichten für Runderneuerungs- und Speditionsunternehmen: Es zeichnet sich ab, dass runderneuerte Lkw-Reifen doch wieder in die Förderrichtlinie 2016 des „De-minimis“-Programms aufgenommen werden. Aufgrund eines Antrags des BRV (Bundesverband Reifenhandel und Vulkaniseur-Handwerk, Bonn) hat das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur Mitte Februar einen entsprechenden Änderungsentwurf für die Richtlinie vorgelegt. Die aktuell gültige Fassung knüpft die Fördermöglichkeit für Reifen an bestimmte Vorgaben hinsichtlich Geräuschentwicklung und Rollwiderstand. Da diese aber durch das EU-Reifenlabel ausgewiesen werden, das es bislang nur für Neureifen gibt, sind Runderneuerte seit Beginn des Jahres de facto von der Förderung ausgeschlossen.

Laut Änderungsentwurf sollen Runderneuerte für schwere Nutzfahrzeuge im Gütertransport im Förderzeitraum 2016 doch wieder mit 50 Prozent des Kaufpreises, der Mietgebühren oder der Leasingraten gefördert werden. Jetzt müssen noch die zuständigen Ressorts der betreffenden Ministerien zustimmen und die Richtlinienänderung kann hoffentlich in vier bis sechs Wochen durch Veröffentlichung im Bundesanzeiger in Kraft gesetzt werden. Um die Chancengleichheit für runderneuerte Reifen zu wahren, werden bis dahin alle bisher schon beim Bundesamt für Güterverkehr eingereichten Förderanträge für Reifen auf Eis gelegt.

16. Februar 2016 / Neue Reifenzeitung - "De-minimis"-Förderung: Einbeziehung Runderneuerter auf gutem Weg

Nachdem in Sachen der „Förderung der Sicherheit und Umwelt in Unternehmen des Güterkraftverkehrs mit schweren Nutzfahrzeugen“ durch das Bundesamt für Güterverkehr (BAG) im Rahmen dessen sogenannten „De-minimis“-Programms runderneuerte Lkw-Reifen zunächst unerwartet durchs Raster gefallen waren, scheint sich nun abzuzeichnen, dass sie in der Förderperiode 2016 nun wohl doch Berücksichtigung finden. Nach entsprechenden Bemühungen des Bundesverbandes Reifenhandel und Vulkaniseurhandwerk e.V. (BRV) hat das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) nun wie erhofft jedenfalls tatsächlich einen Entwurf zur Änderung der zugrunde liegenden Förderrichtlinie vorgelegt. „Förderfähig sind runderneuerte Reifen, ohne dass die vorgenannten Vorgaben hinsichtlich Geräuschentwicklung und Rollwiderstand gelten. Die zuwendungsfähigen Ausgaben betragen 50 Prozent des Kaufpreises, der Mietgebühren oder der Leasingraten“, heißt es darin explizit.

Laut BRV-Geschäftsführer Hans-Jürgen Drechsler befindet sich dieser Entwurf nun bis zum 17. Februar in der Verbändeabstimmung. „Wir, der BRV, wie voraussichtlich alle anderen Verbände, werden ausdrücklich zustimmen“, sagt er mit Verweis darauf, dass das Ganze im Anschluss in die Ressortabstimmung mit den betreffenden Ministerien geht. „Damit dürfte nunmehr de facto der Umsetzung nichts mehr im Wege stehen“, ist Drechsler überzeugt. Alle bisher beim BAG eingereichten „De-minimis“-Förderanträge – ob zu Neureifen oder runderneuerten Reifen – lägen damit sozusagen vorerst „auf Eis“ bzw. würden nicht bearbeitet/entschieden, bis besagte Änderung im Bundesanzeiger veröffentlicht bzw. durch die Bekanntmachung in Kraft gesetzt wird. Insofern hätten auf dieser Basis und ab diesem Zeitraum eingereichte Anträge zu runderneuerten Reifen dann die gleichen Chancen auf Bewilligung vom Zeitpunkt der Einreichung her, heißt es. cm

13. Januar 2016 / BRV - De-minimis-Förderrichtlinie 2016

Das Jahr 2016 startete mit einer unliebsamen Überraschung für Runderneuerer und Güterverkehrsunternehmen: Nach der aktuellen De-minimis-Förderrichtlinie 2016 können Unternehmen des Güterkraftverkehrs bei der Neubereifung ihrer schweren Nutzfahrzeuge zwar noch mit staatlichen Beihilfen rechnen, runderneuerte Lkw-Reifen sind jedoch de facto (momentan) nicht mehr zuschussfähig. Denn die Richtlinie knüpft die Förderbedingungen bei Reifen neuerdings explizit an Mindestanforderungen hinsichtlich des EU-Reifenlabels, die Reifenkennzeichnungsverordnung gilt aber (bislang) nur für Neureifen! Klar, dass der BRV als Vertreter der Runderneuerungsunternehmen in Deutschland dagegen beim zuständigen Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur umgehend Protest eingelegt hat. Der Ausschluss runderneuerter Reifen aufgrund einer – sagen wir mal – unüberlegt formulierten Förderbedingung sollte ja wohl eher ein Versehen als gewollt sein. Denn gerade Runderneuerte punkten mit eindeutigen Umweltvorteilen – und das bei gleicher Sicherheit wie Neureifen (und vermutlich deutlich höherer als Gebrauchte, die aber im Rahmen der Richtlinie in ihrer aktuellen Fassung förderfähig sind)!

In einem ersten Telefonat mit dem BRV hat das Ministerium zumindest schon einmal signalisiert, sich des Themas anzunehmen und eine Lösung für runderneuerte Reifen zu suchen. Es sollte nur eine Frage der Zeit sein, bis diese gefunden ist – der BRV wird jedenfalls alles dafür tun, dies kurzfristig durchzusetzen! Die Anträge auf Förderung können in diesem Jahr zwischen dem 13.01. und dem 30.09. gestellt werden; insofern ist es bei weitem noch nicht zu spät, runderneuerte Lkw-Reifen in das Förderprogramm 2016 aufzunehmen. Hintergrundinfos zu De-minimis sowie die aktuelle Förderrichtlinie gibt es beim Bundesamt für Güterverkehr, das auch die Förderanträge bearbeitet: www.bag.bund.de/DE/Navigation/Foerderprogramme/Deminimis

Dezember 2015 / Trends & Facts - BRV-Runderneuerungskampagne – Bitte alle mitmachen!
Dezember 2015 / AutoRäderReifen - Gummibereifung - Anhaltender Marktdruck lässt Runderneuerung sterben
November 2015 / RETREADING BUSINESS Issue No. 75 2015/4 - BRV Launches Retread Campaign
November 2015 / EURO TRUCK NEWS MAGAZIN Nr. 12 - Lkw-Reifen ein zweites Leben geben
26. Oktober / Vision Transport - Sonderausgabe - Runderneuerte Reifen schonen die Umwelt, sparen Kosten ...
06. Oktober - Runderneuerungskampagne "Konfuzius" / Motiv 2
5. Oktober 2015 / Trends & Facts - Rundereneuerungskampagne – Auch der Handel ist gefragt!
2. September 2015 / BRV - Gebt Lkw-Reifen ein zweites Leben. Unserer Umwelt zuliebe!

BRV startet PR- und Imagekampagne – www.deutschland-runderneuert.de

Deutschland runderneuert mit Qualität! Der Bundesverband Reifenhandel und Vulkaniseur-Handwerk (BRV e.V., Bonn) startete eine bundesweite PR- und Imagekam­pagne. Unter www.deutschland-runderneuert.de macht der Verband auf die Umweltaspekte so­wie die Leistungsfähigkeit der runderneuerten Reifen aufmerksam. Eindrücklich stellt die Webseite alle Zahlen und Fakten dar und untermauert den Vorteil des Einsatzes von runderneuerten Lkw-Reifen. Den Rahmen bilden Anzeigen und Online-Banner, im Aufbau sind diverse Social-Media-Aktivi­täten. Optisches Highlight ist das eingetragene Signet der Kampagne: ein Q, bei dem das O ein Reifenprofil mit grünem Rand symbolisiert und der Q-Strich die Deutschlandfarben zeigt. Der passende Claim dazu: Runderneuerte mit Qualität. Wie neu gemacht.


Anhaltender Marktdruck für Runderneuerungsbranche

Mit der Kampagne haben der BRV und seine Mitglieder, die Runderneuerungsbetriebe und Materiallieferanten, alle gewerblichen und öffentlichen Verbraucher im Visier, wie Unternehmen des Güterkraftverkehrs oder öffentliche Personen- und Nahverkehrsgesellschaften, darüber hinaus natürlich die ebenfalls im BRV organisierten Reifenfachhandelsbetriebe, die die Reifen vermarkten. Hintergrund ist der anhaltende Marktdruck, den die Runderneuerungsbranche erfährt. Das Gesamtvolumen im Lkw-Reifenersatz­geschäft ist in den Jahren 2010 bis 2014 um zehn Prozent gesunken. Während die Neureifenbranche eine Einbuße von neun Prozent in Kauf nehmen musste, ist der Stückabsatz an runderneuerten Reifen sogar um 14 Prozent niedriger. Die angespannte Marktsituation wird durch die deutlich zunehmenden Importe billiger Lkw-Neureifen aus außereuropäischen Ländern – insbesondere China – verstärkt, die meist von minderer und vor allem nicht runderneuerungsfähiger Qualität sind. „Wir alle haben Verantwortung für die Umwelt und können dieser zum Beispiel mit der Vermarktung bzw. dem Einsatz von runderneuerten Reifen gerecht werden“, betont BRV-Geschäftsführer Hans-Jürgen Drechsler. „Mit der Kampagne wollen wir den runderneuerten Reifen wieder den Status einräumen, der ihnen zusteht, nämlich umweltfreundliche, typengeneh­migte Qualitätsprodukte, die nicht zuletzt auch betriebswirtschaftlich interessant sind.“ So setzt sich der Verband parallel dafür ein, dass die Unternehmen des Güterverkehrs für die Verwendung von runderneuerten Lkw-Reifen eine staatliche Förderung erhalten. Ein entsprechender Antrag ist bereits gestellt. Weitere Informationen im Internet unter www.deutschland-runderneuert.de.

Über den BRV:

Der Bundesverband Reifenhandel und Vulkaniseur-Handwerk e.V. (www.brv-bonn.de) ist der bundesweit tätige Fachverband des spezialisierten deutschen Reifengewerbes. Mit seinen über 1.800 Mitgliedsunternehmen und ihren insgesamt rund 3.400 Verkaufsstellen repräsentiert er rund 80 Prozent der Branche in Deutschland.

26. August 2015 / Auto Räder Reifen - Gummibereifung - BRV rechnet mit Inflation "chinesischer Lkw-Billigreifen"

Die neue BRV-Informationsplattform zu runderneuerten Lkw-Reifen ist ab sofort unter www.deutschland-runderneuert.de abrufbar. Diese BRV-Informationsplattform im Rahmen der laufenden BRV-PR- und Imagekampagne pro runderneuerte Lkw-Reifen richtet sich nicht nur an gewerbliche und öffentliche Verbraucher, sondern insbesondere an die Reifenfachhandelsbetriebe als professionelle Lkw-Reifenvermarkter.

Ziel der Kampagne ist es laut den BRV-Verantwortlichen, sowohl bei den Lkw-Reifenvermarktern als auch bei den gewerblichen und öffentlichen Verbrauchern runderneuerten Lkw-Reifen wieder den Status einzuräumen, der ihnen zusteht – als umweltfreundliche typengenehmigte Qualitätsprodukte. Dies geschehe vor dem Hintergrund der seit Monaten anhaltenden Marktentwicklung, das heißt einem überproportionalen Anstieg der Importe von Lkw-Billigreifen außereuropäischer Produktion. Laut BRV seien diese meist aus chinesischer Produktion und sie drängen über Dumpingpreise in den Markt. Zudem seien die Produkte zum großen Teil nicht runderneuerungsfähig. Geradezu „befeuert“ werde diese Entwicklung aktuell durch anhängige Antidumpingverfahren gegen chinesische Reifen in den USA, Brasilien und Indien und der kürzlich erfolgten Währungsabwertung in China zur Exportförderung. Es sei damit zu rechnen, dass dies eine Inflation chinesischer Lkw-Billigreifen zur Folge habe.

Der BRV sieht eine besondere Verantwortung für die Umwelt. Dieser könne man auch durch eine anteilmäßige Vermarktung von runderneuerten Lkw-Reifen gerecht werden. Die dafür notwendigen Argumente sind auf der online-geschalteten BRV-Informationsplattform www.deutschland-runderneuert.de  hinterlegt. Im Vergleich zur Neureifenproduktion ist bei der Runderneuerung der Energieaufwand um rund 50 Prozent und der Wasserbedarf um rund 80 Prozent niedriger. Es werden dabei bis zu 70 Prozent weniger Rohöl benötigt, das heißt für die Produktion eines runderneuerten Reifens werden nur etwa 26 Liter Rohöl benötigt, während für die Produktion eines Neureifens durchschnittlich 83 Liter Rohöl erforderlich sind. Laut Experten verursacht die Produktion von runderneuerten Reifen um 30 Prozent niedrigere CO2-Emissionen als die Produktion von Neureifen. Und weil die Runderneuerten hinsichtlich ihrer Laufeigenschaften und ihres Rollwiderstands nahezu auf dem Niveau von Neureifen liegen, seien bei einem Sattelzug Kraftstoffeinsparungen von bis zu einem Liter pro 100 Kilometer und mithin Einsparungen von im Schnitt 80.000 Tonnen Kohlendioxidemissionen pro Jahr möglich. Darüber hinaus leisten runderneuerte Lkw-Reifen unbestritten einen wesentlichen Beitrag zur Reduzierung der Abfallmengen. Neben 20 kg weniger Stahl pro Reifen betrifft das insbesondere die Vermeidung von Abfall in Bezug auf wiederverwendungsfähige Altreifen.

2. Juli 2015 / Neue Reifenzeitung - Runderneuerer starten PR- und Imagekampagne „Pro Runderneuerung“

Dass die Runderneuerungsbranche in Deutschland zuletzt zunehmend in Bedrängnis geraten ist, hat die NEUE REIFENZEITUNG des Öfteren berichtet. Gerade der zunehmende Anteil an billigen Neureifen aus China macht es den Marktteilnehmern hierzulande überaus schwer, im Wettbewerb – auch und gerade mit einer qualitativen hochwertigen Produktion – zu bestehen, von einem insgesamt eher rückläufigen Ersatzmarkt ganz zu schweigen. Nun rückt die Branche offenbar eng zusammen und will sich in einer konzertierten Aktion aus Runderneuerern, Materiallieferanten und dem BRV aus dem „Einzelkämpferdasein“ lösen, wie RuLa-Geschäftsführer Detlef Biermann in der aktuellen Ausgabe der BRV-Zeitschrift „Trends & Facts“ die Onlineumfrage der NEUE REIFENZEITUNG „Lkw-Reifenrunderneuerer ohne Zukunft?“ kommentiert. Gemeinsam wurden nun mehrere Maßnahmen beschlossen, wie BRV-Geschäftsführer Hans-Jürgen Drechsler anlässlich des „Kraiburg-Gipfeltreffens“ am 20. Juni am Wolfangsee erläuterte. Was ist geplant?

Bei einem ersten „Brainstorming“ zur aktuellen Situation der deutschen Runderneuerungsbranche Anfang Mai in Frankfurt, an dem Vertreter der Branche auf Einladung des BRV teilgenommen hatten, waren drei Maßnahmen konkret beschlossen worden, die nun nacheinander durchgeführt werden sollen. Diese Maßnahmen sind dem BRV zufolge: Als mögliche, dringend notwendige und kurzfristig umsetzbare Maßnahme zur tabilisierung der Lkw-Runderneuerung in Deutschland wurde nach eingehender Diskussion und Erörterung die Initiierung einer bundesweiten PR- und Imagekampange pro runderneuerte Lkw-Reifen verabschiedet. Die Zielsetzung der Kampagne ist es, grundsätzlich das Image runderneuerter Lkw-Reifen insbesondere unter Umweltgesichtspunkten zu verbessern bzw. wieder in Erinnerung zu rufen. Als mittelfristige Maßnahme zur Förderung runderneuerter Lkw-Reifen im Sinne der Umwelt (Ressourcenschonung, etc.) sollen auf nationaler Ebene (und möglichst gemeinsam mit dem WdK) alle Möglichkeiten einer staatlichen Förderung von Speditionsunternehmen etc. bei der Verwendung runderneuerter Lkw-Reifen (Stichwort: „Deminimis für runderneuerte Lkw-Reifen“) geprüft und möglichst durchgesetzt werden.

Die bis dato vom BRV im Rahmen des Bipaver eingeleiteten europäischen und nationalen Aktivitäten in Richtung eines Antidumpingverfahrens gegen chinesische Billigreifen sollen weiter verfolgt werden, auch vor dem Hintergrund der aktuell neuen Strafzölle in den USA für chinesische Lkw-Reifen und den damit verbundenen möglichen weiteren negativen Auswirkungen – verstärkte China-Exporte dafür nach Europa – auch für den deutschen Markt. Während die beiden letztgenannten Maßnahmen nicht kurzfristig umzusetzen sind, wie man auch beim BRV weiß, sind die Planungen für eine Kampagne mit dem Arbeitstitel „Pro Runderneuerung“ bereits recht weit gediehen. Mitte Juni trafen sich die Branchenvertreter erneut in Frankfurt und haben die Münchener Agentur Teamwork One (betreut mehrere Unternehmen aus der Branche) zur kurzfristigen Umsetzung der bundesweiten PR- und Imagekampagne instruiert und entsprechende Prämissen festgelegt.

Inhaltlich soll es bei der Kampagne zu allererst darum gehen, die „hohe Qualität runderneuerter Lkw-Reifen“, die Runderneuerung selber als Hightech-Technologie sowie deren Umweltrelevanz – Stichwort: Ressourcenschonung, Abfallvermeidung – darzustellen. Auch soll es in der Kampagne darum gehen, die betriebswirtschaftlichen Vorteile des Gebrauchs runderneuerter Reifen (Kosten pro Kilometer) darzustellen. Angesprochen werden sollen mit einer entsprechenden Kampagne private wie öffentliche Flottenbetreiber und deren Verbände sowie die Wiederverkäufer im Reifenfachhandel. Dabei wollen die Runderneuerer, Materiallieferanten und der BRV mehrere Kanäle nutzen, wie BRV-Geschäftsführer Drechsler gegenüber der NEUE REIFENZEITUNG erläutert.
Neben Anzeigenkampagnen, Flyern und der üblichen Pressearbeit soll es eine neue Internetseite geben, die unter www.deutschland-runderneuert.de zu finden sein wird und als Informationsplattform der Branche dienen soll. Parallel dazu wolle man auch die bekannten sozialen Netzwerke für die Kampagne nutzen und darüber hinaus mit Onlinebannern in verschiedenen Medien für die Ziele der Kampagne „Pro Runderneuerung“ werben. Auch hat die Kampagne bereits ein Signet. Im Mittelpunkt des bereits registrierten und damit geschützten Logos steht die Aussage: „Runderneuerte mit Qualität“.

Eine solche PR- und Imagekampagne kostet Geld und macht „ein nicht unbeträchtliches Budget“ erforderlich. „In Anbetracht der derzeitigen Situation am Markt und unter Berücksichtigung, dass es hier auch um substanzielle und existenzielle Fragen für die Runderneuerungsbetriebe geht, war man sich einig, dass hier jeder Betreib auch einen anteiligen Eigenbetrag leisten muss“, bilanziert der BRV-Geschäftsführer das Treffen Mitte Juni in Frankfurt. „Wir kalkulieren derzeit mit einem Budget von größer 100.000 Euro, wobei sich in etwa 85 Prozent der Lkw-Runderneuerer in Deutschland daran beteiligen“, so Drechsler weiter. Der anteilige Beitrag sei mit 1.500 Euro pro Betrieb in Deutschland festgelegt worden. Auch die Materiallieferanten seien mit im Boot. Während Kraiburg, Marangoni und Recamic, also Michelin, eine Beteiligung fest zugesagt haben, stehe diese Zusage von Bandag noch aus, werde aber fest erwartet. „Ob der WdK bzw. dessen ‚Runderneuerungsmitglieder’ auf Reifenherstellerseite nachträglich sich dann der Kampagne noch anschließen werden, steht zur Zeit nicht zur Debatte – wir wären dafür aber offen“, unterstreicht der BRV-Geschäftsführer weiter. Derzeit handele es sich „um eine ausschließlich nationale Kampagne des BRV und seiner Mitglieder“. Der zeitliche Rahmen der PR- und Imagekampagne ist „im ersten Anlauf“ auf zwölf Monate angelegt, sei „bei Erfolg sicherlich erweiterbar“, betont Drechsler. Im Moment ist die beauftragte Agentur Teamwork One damit beschäftigt, an den konkreten Inhalten der Kampagne und an deren Umsetzung zu arbeiten. Darüber wolle der Bundesverband Reifenhandel und Vulkaniseur-Handwerk demnächst informieren.

Mittelfristige Maßnahmen
Neben der kurzfristig umzusetzenden PR- und Imagekampagne „Pro Runderneuerung“, von der Drechsler anlässlich des „Kraiburg-Gipfeltreffens“ am 20. Juni am Wolfgangsee berichtete, standen bei den Treffen der Branchenvertreter im Mai und im Juni in Frankfurt zwei weitere Maßnahmen zur Diskussion: Einerseits die „mögliche Förderung runderneuerter Lkw-Reifen in Deutschland“ analog zur Förderung von Neureifen nach dem Deminimis-Programm. Dabei wolle man – also der BRV und seine Mitglieder – „hoffentlich sehr eng mit dem WdK zusammenarbeiten“, wie Drechsler gegenüber der NEUE REIFENZEITUNG erklärt. Weiter: „Eine endgültige Bestätigung von dort liegt zur Zeit noch nicht vor, ist aber avisiert.“ Mögliche Ansprechpartner für die Umsetzung einer solchen finanziellen Förderung seien die zuständigen Bundesministerien für Wirtschaft, für Umwelt sowie für Verkehr. „Da die diesbezüglichen Gespräche erst im zweiten Halbjahr beginnen werden, kann man heute noch nicht einschätzen, wie realistisch die Einführung einer solchen Förderung 2016 ist. Wir sehen aber durchaus Chancen auf Realisierbarkeit, auch unter Berücksichtigung der Vielzahl der bereits existenten Umweltfördermaßnahmen. Und dass dazu unter anderem auch die Runderneuerung zählen kann, hat ja in unmittelbarer Vergangenheit das Beispiel Continental in Hannover gezeigt“, so der BRV-Geschäftsführer weiter.

Ebenfalls ging es bei den Treffen in Frankfurt um „europäische und nationale Aktivitäten in Richtung eines Antidumpingverfahrens gegen chinesische Billigreifen“. Auch wenn die Erfolgsaussichten „insgesamt nicht besonders groß“ seien, wie Drechsler am Wolfgangsee einräumen musste, wolle man auf europäischer Ebene an geeigneter Stelle über den Bipaver Einfluss üben. Es habe sogar bereits im März dazu „ein Informationsgespräch bei der DG Trade [Generaldirektion Handel der Europäischen Kommission, Brüssel; d.Red.] stattgefunden, wo wir zumindest nicht auf generelle Ablehnung gestoßen sind“, insofern wolle man „selbstverständlich weiter daran arbeiten“, heißt es dazu vom BRV. Einen möglichen Zeithorizont für die Einführung entsprechender EU-weiter Maßnahmen sehe man, „wenn überhaupt, erst Ende 2016/Anfang 2017“. Dass die Welthandelsorganisation WHO ein entsprechendes Antidumpingverfahren gegenüber China bestätigen müsse, wirke als zusätzliche Hürde.

Parallel zu den Gesprächen in Deutschland habe aber ein britischer EU-Abgeordneter auf Initiative des britischen Runderneuerungsverbands RMA eine formelle Anfrage an die EU-Kommission zum Thema „Dumpingpreise chinesischer Lkw-Reifenhersteller“ gestellt, so dass die Brüsseler EU-Behörde nun „diesen Tatbestand prüfen“ und entsprechend antworten müsse. arno.borchers(at)reifenpresse.de

Juli 2015 / Trends & Facts - PR- und Imagekampagne am Start

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